Die Orgel der Kathedrale in Oliva
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Kapitelverzeichnis

 1433 - 1577
 1580
 1603 - 1604, Christian Neumann
 1626 - 1655
 1680, Johann Georg Wulff
 1758, Johann Wilhelm Wulff
 1763 - 1788, Johann Wilhelm Wulff alias Burder Michael
 1790 - 1793, Friedrich Rudolf Dalitz
 1835, Jakob Bernhard Wiszniewski
 1863 - 1865, Friedrich W. Kaltschmidt
 1874, Carl Schuricht
 1902, Gebüder Oswald und Paul Dinse
 1914 - 1917
 1934 - 1935, Josef Goebel
 1945, Friedrich Schwarz
 1955, Wacław Biernacki
 1966 - 1968, Zygmund Kamiński
 2000 - 2004, Zdzisław Mollin
 Struktur der heutigen Orgel von Oliva



1433 - 1577
       Die ältesten Aufzeichnungen über Orgeln in Kloster von Oliva gehen auf das Jahr 1433 zurück. Damals befand sich im Kloster eine große Orgel eines nicht bekannten Meisters.

Um 1498 besaß das Kloster schon zwei Orgeln.

Beide Instrumente wurden allerdings beim Überfall der Danziger Protestanten auf das Kloster im Jahre 1577 zerstört.

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1580
       1580 wurde eine kleine Orgel mit zwei kurzen Manualen im Olivaer Kloster gebaut. Der Name des Erbauers wie auch die Disposition ist nicht bekannt.
Der erste namentlich erwähnte Organist im Zisterzienserkloster von Oliva war Andrzej Syberus im Jahre 1595.

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1603 - 1604, Christian Neumann
       Der Orgelbauer Christian Neumann begann im Jahre 1603 mit dem Neubau der großen Orgel im Olivaer Kloster. Dabei wurde wahrscheinlich Baumaterial von den zwei 1577 zerstörten orgeln verwendet.

Die Orgel wurde 1604 fertig gestellt und die Abnahme wurde von Cajus Schmiedlein durchgeführt, Organist an St. Marien zu Danzig seit 1585.

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1626 - 1655
       Während des schwedischen Angriffs auf Polen im Jahre 1626 wurde Oliva vor Verwüstung nicht verschont. Die schwedische Armee beschädigte beide Orgeln schwerwiegend.

Ein nicht genannter Orgelbauer errichtet eine neue große Orgel im Kloster im Jahre 1628.

Vermutlich 1655, während eines erneuten Angriff Schwedens auf Polen, wurde die kleine Chororgel von Admiral Karl Wrangel gestohlen und in Skolkloster nahe Stockholm gebracht, wo sie bis heute steht.
Eine schwedische Analyse soll allerdings ergeben haben, dass das besagte Instrument 1667 in Schweden gebaut wurde.

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1680, Johann Georg Wulff
       Johann Georg Wulff baute eine neue Chororgel im Olivaer Kloster im Jahre 1680. Das Instrument wurde im Sdflgel des Querschiffs errichtet.

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1758, Johann Wilhelm Wulff
       Es war 1758 als Johann Wilhelm Wulff, vermutlich Enkel von Johann Georg Wulff, nach Oliva kam und den damaligen Abt Jacek Rybinski traf.

Rybinski beauftragte Wulff die Chororgel von 1680 zu erneuern. Der 23-jährige Wulff erfüllte den Vertrag in nur 22 Wochen und erweiterte die Chororgel von 14 auf 18 Stimmen.

Der Abt war scheinbar mit Wulffs Arbeit zufrieden und, bedacht auf den künstlerischen wie auch den wirtschaftlichen Nutzen des Klosters, schloss ein Abkommen mit dem jungen Orgelbauer.

Auf Kosten des Konvents sollte Wulff nach Deutschland und den Niederlanden reisen um sich dort bekannte, bereits vollendete oder sich gerade im Bau befindlichen Orgeln anzuschauen. Wulff sollte sein Wissen vom Orgelbau vertiefen und sein Handwerk verbessern indem er direkt von großen Orgelbauern seiner Zeit lerne.
Im Gegenzug sollte Wulff nach seiner Rückkehr dem Zisterzienserkonvent in Oliva beitreten und sein erworbenes Wissen einsetzten um im Kloster eine neue, große Orgel zu bauen die alle bis dahin bekannten Instrumente in den Schatten stellen würde.

Es ist nicht bekannt welche Orte genau Wulff zwischen 1760 und 1762 bereiste, aber es ist anzunehmen, dass er verschiedener Zisterzienser Abteien in den Niederlanden, West- und Süddeutschland besuchte.
Die Reisemöglichkeiten für Wulff waren damals recht eingeschränkt. Eine Reise übers land hätte bedeutet, durch die Regionen Pommern und Brandenburg zu reisen, welche sie damals im Krieg befanden (Dreizehnjähriger Krieg). Eine solche Reise wäre sicherlich nicht ungefährlich gewesen.
Daher ist anzunehmen, dass Wulf zuerst mit dem Schiff von Danzig nach Amsterdam segelte, von wo aus er dann durch die Niederlanden in den Westen und Süden Deutschlands weiterfuhr.

So schreibt Jan Janca, dass die Orgeln Josef Gablers in Schwäbisch Weingarten und Ochsenhausen einen Einfluss auf die Gestaltung von Wulffs späterer Oliva Orgel hatten, ebenso wie die beide Riepp Orgeln in der Klosteranlage von Ottobeuren, welche sich zur Zeit von Wulffs Reise noch im Aufbau befanden.

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1763 - 1788, Johann Wilhelm Wulff als Bruder Michael
       Bei seiner Rückkehr nach Oliva löste Wulff seinen Teil des Abkommens mit dem Abt ein und trat dem Zisterzienserkonvent am 21 Januar 1763 bei, wobei er den Namen Bruder Michael annahm.
Noch im selben Jahr begann Wulff mit dem Bau der großen Orgel auf der Westempore des Hauptschiffs. Das Unterfangen sollte eine große Herausforderung für Wulff werden, denn es galt ein großes, 83 Register umfassendes Instrument mit drei Manualen und Pedal in einem relativ schmalen Kirchenschiff zu bauen.

Während der Arbeiten assistierten Wulff etwa 20 bis 25 Ordensbrüder mit verschieden Handwerk. Nicht wenige dieser Helfer musste Wulff erstmal selber ausbilden bevor sie beim Orgelbau tätig werden konnten. Besonders zwei Brüder zeichneten sich durch ihre Arbeit aus: die Schnitzer Joseph Gross und Bruder Alanus, auch als Martin Trost aus Guttstadt bekannt. Die Monogramme dieser zwei Schnitzer finden sich auf vielen Figuren des Orgelprospekts.

Um mit den schwierigen Raumverhältnissen fertig zu werden entwarf Wulff einen Orgelprospekt in Hufeisenform der die ganze Tiefe der Westempore einnimmt.
Die Nord- und Südwand bildet zwei sich gegenüberstehende Fassaden die U-förmig in die die Westwand übergehen, wo in der Mitte ein ovales Fenster ausgesperrt ist. Über diesem Fenster erhebt sich die Westfassade der Orgel bis unter das Gewölbe. Diese Fassade ist die einzige, die mit ihrer ganzen Breite aus dem Kirchenschiff sichtbar ist. Die Nord- und Südfassaden können von keiner Stelle des Kirchenschiffs komplett eingesehen werden. Jedoch sind die in Wellenform laufenden Pfeifenfelder der zweit Seitefassaden so gestaltet, dass es den Einschein hat, das von der von Vorne nach Hinten hin drei Türme zum ausgesperrten Marienfenster führen. Jeweils auf der Nord- und Südseite schließt der Orgelprospekt mit den über die Emporenbrüstung herausragenden Pedaltürmen ab.

Der Orgelprospekt ist mit reicher Rokokodekoration verziert. Auf dem Prospekt sowie auch auf den einzelnen Pfeifenfeldern sitzen oder stehe Engelsfiguren die in ihren Händen Posaunen, Trompeten, oder Glocken halten. Diese Figuren machte Wulff beweglich, so dass beim der dafür vorgesehenen Register die Engel mit den Glocken läuteten und ihre Trompeten und Posaunen bewegten, als würden sie selber spielen.
Oben in der Mitte der Westempore krönt eine Sonne in Goldfarben den Prospekt. Zusammen mit an mehreren Stellen am Prospekt angebrachten Sternen ist auch sie beweglich und läutet wenn ein spezielles Register betätigt wird.
Insgesamt schmücken über 40 Figuren den Orgelprospekt, wovon 29 beweglich sind.

Wulff platzierte das Kronpositiv (Manual III) in die Westfassade des Prospekts. Das Oberwerk (Manual II) war in der Südfassade untergebracht, während das Hauptwerk (Manual I) in der Nordfassade seinen Platz fand. Das Pedalwerk wurde aufgeteilt und jeweils vorne in der Nord- und Südfassade installiert.

Der Spieltisch war freistehend und stand in der Mitte der Westempore und war der erste dieser Art in Nordosteuropa.
Der Manualumfang betrug 54 Tasten. Einhundert Registerzüge befanden sich am Spieltische. Davon waren 83 für klingende Register und 17 für Nebenzüge.
Es wird angenommen, dass die Registerzüge aufgrund der komplizierten Mechanik bis zu 20 cm weit gezogen werden mussten.

Die Windversorgung wurde durch 14 Keilbälge in einem Raum über dem Gewölbe des nördlichen Seitenschiffs sichergestellt. Die Bälge mussten von bis zu sieben Kalkanten bedient werden.

1772 wurde Polen geteilt und Oliva durch Preußen eingenommen. Grossteile des Klosterbesitzes wurden konfisziert und den Zisterziensern eine Abfindung gezahlt. Jedoch stellten diese Abfindungszahlungen nur einen geringen Prozentsatz des tatsächlichen Werts der konfiszierten Gegenstände dar.
Abt Rybinski tat alles nur Mögliche und um den Orgelbau in der Klosterkathedrale fertig stellen zu könne, und so fing er an Gegenstände aus der Schatzkammer des Konvents zu verkaufen.
Aus Geldmangel verzichtete man allerdings auf eine Vergoldung des Prospekts, wie es ursprünglich geplant war.

Neben den Bau der grossen Orgel nahm auch eine Theologiestudium die Zeit Johann Wulffs in Anspruch. Im Jahre 1776 erhielt Bruder Michael die Priesterweihe und wurde zu Pater Michael erhoben.
Nach dem Tod Abt Rybinskis wurde das Kloster durch den Katholischen Zweig des Preußischen Fürstenhauses verwaltet.

Ein nicht zu klärendes Ereignis brachte 1788 alle Arbeiten an der großen Orgel vorerst zum Stillstand.
Einige quellen berichten fälschlicherweise vom Tode Pater Michaels, der nach glaubhaften Überlieferungen allerdings erst am 11. März 1807 starb.

Der neue Abt, Fürstbischof Karl von Hohenzollern, verlangte den Umbau des Spieltisches der fast fertigen Orgel zu einem Spielschrank auf der Nordseite der Westempore. Der Grund war, dass der in der Mitte der Empore stehende Spieltisch die Musiker bei der Aufführung von großen Musikmessen behinderte und dort wertvollen Platz wegnahm. Zudem verlangte der Abt den Einbau eine Transponiereinrichtung für die im Chorton gestimmte Orgel.

Es kann vermutet werden, dass Pater Michael einen Schlaganfall erlitten habe als er von den Forderungen des Abtes erfuhr. Der Aufwand diese Änderungen bei der bereits spielbaren Orgel durchzuführen wäre enorm gewesen, man denke alleine an den Umbau der komplizierten Mechanik.
Eine andere Möglichkeit ist, dass sich Wulff weigerte die Forderungen des Abtes an seinem Lebenswerk durchzuführen und somit beim Abt in Ungnade viel, woraufhin ihm die Leitung des Baus der Orgel entzogen wurde.

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1790 - 1793, Friedrich Rudolf Dalitz
       1790 wurde der angesehen und betagte Danziger Orgelbauer Friedrich Rudolf Dalitz unter Vertrag genommen um die Orgel Johann Wulffs fertig zu stellen.
Wie gefordert entfernte Dalitz den freistehenden Spieltisch und baute die Spielanlage als Spielschrank auf der Nordseite der Empore ein. Darüber hinaus vertauschte er die Platzierung des Oberwerks mit der hälfte des Pedalwerks: Das Oberwerk wanderte von der Süd- in die Nordfassade an dessen Stelle die Pedalregister aus der Nordfassade eingestellt wurden, so dass fortan alle Pedalregister hinter dem Organisten in der Südfassade standen.

Die große Orgel in Oliva wurde 1793 durch Dalitz fertig gestellt, jedoch baute auch Dalitz die vom Abt geforderte Transponiereinrichtung nicht ein.

Die Arbeit von Friedrich Rudolf Dalitz kostet das Kloster 8500 Gulden, wohingegen 7982 Gulden für den gesamten Orgelbau von 1763 bis 1788 ausgegeben wurden.

Die Orgel besaß 83 Register und 5100 Pfeifen. Nachfolgend nun die Disposition der Wulff-Dalitz Orgel von 1793. Es war zu jener Zeit die größte Orgel Europas, wohlmöglich sogar die größte der Welt.

Disposition der grossen Orgel von Oliva nach Fertigstellung durch F.R. Dalitz 1793
Manual I (Hauptwerk)
   
Manual II (Oberwerk)
 
Contraprincipal
32'
ab H   Principal
16'
Prosp. ab c0
Principal
16'
Prosp.   Flaut major
16'
C-H=Principal
Quintatön
16'
    Rohrflöt
8'
 
Gedackt Pommer
16'
    Quintatön
8'
 
Principalquinte
10 2/3'
    Viola da Gamba
8'
 
Flaut major
8'
    Viola d'amour
8'
 
Meerflaut
8'
    Flaut amabile
4'
 
Violoncello
8'
    Meerflaut
4'
 
Salicional
8'
    Violoncello
4'
 
Quinte
5 1/3'
    Quinte
2 2/3'
 
Octave
4'
    Octave
2'
 
Flaut
4'
    Flaut traverso
2'
 
Waldflöte
4'
    Mixtur VII
2'
 
Salicional
4'
    Cornet IV
 
Nassatflöte
2 2/3'
    Dulcian
16'
 
Mixtur IX
4'
    Vox humana
8'
 
Scharff III
2'
     
 
Fagott
16'
     
 
Trompete
8'
     
 
 
     
 
Manual III (Kronwerk)
   
Pedal I
 
Bordun
16'
    Principal
32'
Prosp. ab c0
Principal
8'
    Vilone
32'
 
Flaut major
8'
    Viola da Gamba
32'
 
Principal
4'
    Fugara
32'
 
Principal clairon
4'
    Subbaß
16'
 
Flauto traverso
4'
    Quintatön
16'
 
Principalquinte
2 2/3'
    Viola da Gamba
16'
 
Octave
2'
    Hohlflöte
8'
 
Waldflöte
2'
    Quintatön
8'
 
Sedezquinte
1 1/3'
    Gedackt Pommer
4'
 
Flageolet
1'
    Quintatön
4'
 
Mixtur VI
4'
    Bauernflöte
2'
 
Cymbel IV
    Waldecho
1'
 
Oboe
8'
    Scharf VI
 
Regal
4'
    Posaune
32'
 
 
     
 
Playing aids
   
Pedal II
 
5 Sperrventile
    Principal
16'
Prosp.
1 Trompetenengel-Zug
    Principal contra
16'
 
1 Glöckenengel-Zug
    Quinte
10 2/3'
 
2 Sonnen und Cimbeln
    Octave
8'
 
2 Cimbelsterne
    Rohrflöte
8'
 
Pauken im Pedal
    Violoncello
8'
 
Calkantenglocke
    Salicional
8'
 
Evacuant
    Principalquinte
5 1/3'
 
 
    Octave
4'
 
 
    Waldflöte
4'
 
 
    Theorbe
4'
 
 
    Quinte
2 2/3'
 
 
    Mixtur VIII
4'
 
 
    Posaune
16'
 
 
    Trompete
8'
 
 
    Clairon
4'
 
 
    Nachtschall
2'
 

Der Principal 16’ und Flaut major 16’ aus dem Manual II hatten eine gemeinsame, gedeckte Oktave. Dasselbe wird für die Register Principal 32’ und Violone 32’, sowie Gamba 32’ und Fugara 32’ aus dem Pedalwerk angenommen.
Wegen Platzmangel ist es auch denkbar, dass viele Acht-Fuß Register in der untersten Oktave ebenfalls zusammengeführt wurden.

Die große Orgel war alles andere als Perfekt. Es konnte jeweils immer nur ein 32’ Register im Pedal gespielt werden. Schaltete man ein weiteres dazu, reichte der Wind nicht mehr aus. Selbiges Problem bestand auch im Manual I und Manual II. Es war daher auch nicht möglich die Orgel mit „Tutti“ klang zu spielen.

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1835, Jakob Bernhard Wiszniewski
       Im Jahre 1831 führte die preußische Reagierung ein im Jahr 1820 erlassenen Auflösungsbeschluss aus und das Zisterzienserkloster in Oliva wurde aufgelöst. Die Klosteranlage mit all ihrem Besitz viel der katholischen Pfarrgemeinde in Oliva zu.

1835 führte der Klavierbauer Jakob Bernhard Wiszniewski Reparaturen an der großen Orgel durch. Einzelheiten sowie Umfang der Reparaturen sind leider nicht bekannt.

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1863 - 1865, Friedrich W. Kaltschmidt
       Seit dem das Kloster in Oliva im Jahre 1772 unter Preußische Verwaltung gestellt wurde, verarmte die Abtei und spätere katholische Kirche nach und nach. Daher fehlte es an den finanziellen Mitteln um die Orgel sachgerecht in Stand zu halten und das Instrument verfiel vor sich hin.
Neun der 14 Bälge sind unbrauchbar geworden und mussten außer Dienst gestellt werden. Ohrenzeugen, welche die Orgel haben spielen hörten, beschrieben den Klang als matt und kraftlos.

Im Zeitalter der Romantik zog die Orgel sogar Gerüchte und Legenden an. So besagte eine Legende, die Fenster und Türen der Kathedrale würden platzen und die Wände Risse bekommen und die Gewölbe zum Einsturz bringen, wenn man die Orgel mit allen Registern spielte.
Andere behaupteten, dass der matte Klang die Rache eines Mönches am Abt sei, der wegen einer zu Unrecht erlitten Maßregelung ein verborgenes, nur ihm bekanntes Ventil hat zufallen lassen.
Schließlich sagte man auch, die Tasten der Orgel gingen so schwer wenn alle Register gezogen seien, dass niemand in der Lage sei auf der Orgel überhaupt noch zu spielen.

1858 beantragte der Gemeindeorganist einen Umbau der Orgel. Diesen führte Friedrich W. Kaltschmidt aus Stettin in den Jahren 1863 bis 1865 auf Antrag des Staates durch.
Kaltschmidt machte einen kompletten Neubau der Spielmechanik und der Windladen. Etwa 45 der Register von Wulff und Dalitz wurden wieder verwendet, 30 Register wurden erneuert, die Mixturen und die restlichen Register wurden umgearbeitet.
Kaltschmidt hat seine Windladen so konzipiert, dass ein großer teil der von Wulff stammenden Prospektpfeifen weiterhin genutzt werden konnte. Das Kronwerk (Manual III) wurde in eine Schwellkasten gesetzt, was die Stummlegung der Prospektpfeifen dieses Werks erforderte. Kaltschmidt behielt die Werksanordnung Dalitz’s bei, womit die drei Manuale mit ihren 11 Windladen in der West- und Nordfassade standen, während das Pedal mit insgesamt acht Windladen komplett in der Südfassade stand.

Disposition der grossen Orgel von Oliva nach dem Umbau durch F.W. Kaltschmidt 1865
Manual I
   
Manual II
 
Bordun
32'
neu, ab H   Principal
16'
Prosp.
Principal
16'
Prosp.   Flaut major
16'
 
Bordun
16'
    Principal
8'
Prosp.
Principal
8'
Prosp.   Prästant
8'
neu
Viola da Gamba
8'
neu   Fugara
8'
neu
Salicional
8'
    Viola d'amore
8'
 
Hohlflöte
8'
neu   Gedackt
8'
 
Violoncello
8'
    Flaut traverso
8'
neu
Gedackt
8'
    Oktave
4'
 
Nassat
5 1/3'
neu   Flaut traverso
4'
 
Oktave
4'
    Flaut amabile
4'
 
Gemshorn
4'
    Quinte
2 2/3'
 
Doppelflöte
4'
neu   Septime
2 2/7'
neu
Spitzflöte
4'
new   Superoktave
2'
 
Quinte
2 2/3'
    Mixtur V
4'
 
Superoktave
2'
    Kornett IV
4'
neu
Kornett V
8'
neu   Progr. harm. IV
neu
Mixtur V-VI
4'
    Dulcian
16'
 
Cymbel III-IV
2'
    Oboe
8'
aus Man. III
Fagott
16'
umgearb.    
 
Trompete
8'
     
 
 
     
 
Manual III (Swell box)
   
Pedal I (Forte)
 
Lieblich Gedackt
16'
neu   Kontraprincipal
32'
new, C-E ged.
Principal
8'
neu   Kontraviolone
32'
neu
Schweizerflöte
8'
neu   Principal
16'
Prosp.
Flauto dolce
8'
neu   Violone
16'
neu
Lieblich Gedackt
8'
neu   Bordun
16'
neu
Äoline
8'
neu   Quinte
10 2/3'
Prosp.
Prästant
4'
neu   Oktave
8'
Prosp.
Rohrflöte
4'
    Nasat
5 1/3'
 
Gemshornquinte
2 2/3'
neu   Oktave
4'
 
Superoktave
2'
    Theorbe
4'
 
Waldflöte
2'
    Quintadena
4'
 
Flageolett
1'
    Quinte
2 2/3'
 
Mixtur IV
4'
    Superoktave
2'
 
Scharf III
2'
    Mixtur VI
8'
neu
Vox angelica
16'
new, ab H   Scharf III
2'
 
Cromorne
8'
umgearb.   Kontraposaune
32'
neu
 
    Posaune
16'
umgearb.
 
    Trompete
8'
 
 
    Schalmey
4'
 
 
    Cornett
2'
umgearb.
 
     
 
 
   
Pedal II (Piano)
 
 
    Gamba
16'
neu
 
    Subbaß
16'
 
 
    Salicet
8'
neu
 
    Violoncello
8'
neu
 
    Baßflöte
8'
 
 
    Quintadena
8'
 
 
    Flöte
4'
 
 
    Fagott
16'
 


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1874, Carl Schuricht
       Carl Schuricht restaurierte 1874 die Chororgel im Südflügel des Querschiffs. Es sind leider keine weiteren Einzelheiten bekannt.

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1902, Gebüder Oswald und Paul Dinse
       Die Firma Gebrüder Oswald und Paul Dinse aus Berlin wurden 1902 in der ehemaligen Klosterkirche in Oliva tätig.
Sie erneuerten 16’ und 8’ Zungenregister im Pedal sowie im Hauptwerk, und die 8’ Zungenregister im Kronwerk.

Zudem wurde die Chororgel mit pneumatischer Spieltraktur umgebaut. Das Instrument verfügte über 14 Register auf zwei Manualen und Pedal.

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1914 - 1917
       Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs versuchte die Preußische Regierung die Zinn Pfeifen der großen Orgel auszubauen und als Altmetall der Rüstungsindustrie zur Verfügung zu stellen. Jedoch verhinderte dies der Widerstand der Pfarrgemeinde von Oliva.
Nur drei Jahre später, 1917, wurden dann die Zinn Pfeifen der Chororgel vom Militär entwendet.

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1934 - 1935, Josef Goebel
       Bereits seit 1914 war die Danziger Orgelbauwerkstatt von Josef Goebel mit der Instandhaltung der beiden Orgeln beauftragt. Goebel entwickelte Pläne für einen Umbau der Orgel, zudem es mangels Geld aber erst 1934 kam.

Bei diesem Umbau ersetzte Goebel alle Teile mit Ausnahme des Orgelprospekts und schätzungsweise der Hälfte des Pfeifenwerks, welches von Wulff, Dalitz und Kaltschmidt stammte.
Die Orgel erhielt eine elektro-pneumatische Spieltraktur mit einem völlig neuen, freistehenden Spieltisch.
Die Disposition wurde in sechs Werke aufgeteilt: Hauptwerk, Positiv, Brustwerk, Oberwerk, Echowerk, und Pedalwerk. Allerdings hatte der Spieltisch vier an Stelle von fünf Manualen, und somit war die Werkseinteilung Nutzlos, da Positiv und Brustwerk auf einem Manual lagen.

Scheinbar hatte es Goebel mit Platzmangel im Orgelgehäuse zu kämpfen, denn er setzte an mehreren Stellen ein Multiplexsystem ein, unter anderem auch im Hauptwerk auf die Register Principal 8’ und Oktave 4’ wirkend. Ein Multiplexsystem an dieser Stelle hat wahrscheinlich auf folgende Weise funktioniert:

Drückt man bei gezogenem Principal 8’ und Oktave 4’ auf dem Manual die Tasten c1 und c2, so sollten insgesamt vier Pfeifen erklingen: c1 und c2 im Principal 8’, und c2 und c3 in der Oktave 4’.
Aufgrund von fehlenden Pfeifen erklang in Oliva wohl aber nur das c3 in der Oktave 4’. Um nun das fehlende c2 der Oktave zu simulieren, würde das Multiplexsystem zwei Pfeifen aus der 2’ und 1 1/3’ Lage auf dem c1 dazuschalten, was sich hörbar wie c2 in der 4’ Lage präsentiert.


Des Weiteren elektrifizierte Goebel die pneumatische Traktur der Chororgel und schloss sie mittels eines 65m langen Kabels and den Spieltisch der großen Orgel an.
Die fehlenden Pfeifen der Chororgel wurden neu gemacht und in das Instrument eingesetzt.
Beide Orgeln wurden in der neuen, 1899 in Wien vorgestellten gleichstufigen Temperierung gestimmt.
Nach dem Umbau besaß die Orgel 101 Register, inklusive der 14 Register der Chororgel, und 6800 Pfeifen. Die Orgel war wieder die größte im Ostseeraum bis ihr 1938 die Kemper Orgel der Danziger Marienkirche mit ihren 120 Registern den Rang ablief.

Disposition der grossen Orgel von Oliva nach dem Umbau durch J. Goebel 1935
Hauptwerk (Manual II)
   
Positiv (Manual I)
 
Principal
16'
neu, ab H   Quintaden
8'
 
Gedacktpommer
16'
C-Fis neu   Principal
4'
 
Deutscher principal
8'
    Rohrflöte
4'
C-cis neu
Offenflöte
8'
C-c neu   Nachthorn
2'
ganz neu
Rohrflöte
8'
C-c neu   Kleinquinte
1 1/3'
 
Geige
8'
C-f neu   Sifflöte
1'
 
Gorßnassat
5 1/3'
    Cymbel III
1/2'
ganz neu
Oktave
4'
    Bärpfeife
8'
 
Blockflöte
4'
ganz neu    
 
Gemshorn
4'
C-H neu  
Brustwerk (Manual I)
 
Quinte
2 2/3'
C-F neu   Nachthorn
16'
C-H neu
Superoktave
2
C-csi neu   Ital. Principal
8'
 
Sesquialtera II
2 2/3'
C-cis neu   Violflöte
8'
ganz neu
Scharf IV
2'
teilw. neu   Kupfergedackt
8'
ganu neu
Groß Mixtur V-VI
2'
    Flachflöte
4'
ganz neu
Bombarde
16'
    Principalquinte
2 2/3'
C-Fis neu
Trompete
8'
    Oktave
2'
 
Klarine
4'
ganz neu   Mixtur III-V
1 1/3'
 
 
    Trichterregal
8'
ganz neu
 
     
 
Brustwerk (Manual III)
   
Echowerk (Manual IV)
 
Quintaden
16'
ganz neu   Lieblich Gedackt
16'
C-cis neu
Weitprincipal
8'
    Hornprincipal
8'
ganz neu
Spitzflöte
8'
    Sanftgedackt
8'
C-cis neu
Meerflaut
8'
    Schweizerpfeife
8'
C-cis neu
Weidenpfeife
8'
C-f neu   Geigenschwebung
8'
 
Prästant
4'
    Viola
4'
 
Querflöte
4'
9 neue pf.   Quintaden
4'
27 pedal pf.
Nasat
2 2/3'
ganz neu   Zartquinte
2 2/3'
10 neue pf.
Oktaveflöte
2'
ganz neu   Waldflöte
2'
14 neue pf.
Superquinte
1 1/3'
ganz neu   Terzflöte
1 3/5'
ganz neu
Sedecima
1'
ganz neu   Septime
1 1/7'
ganz neu
Mixtur II-IV
2 2/3'
teilw. neu   None
8/9'
ganz neu
Rankett
16'
ganz neu   Terzcymbel III
4/5'
ganz neu
Krummhorn
8'
ganz neu   Scharff VI
2'
ganz neu
Geigenregal
4'
ganz neu   Dulcian
16'
ganz neu
 
    Oboe
8'
ganz neu
 
    Vox humana
8'
ganz neu
 
    Schalmey
4'
ganz neu
 
     
 
Pedal
Kontraprincipal
32'
C-cis neu   Rauschpfeife 2'+2 2/3'
 
Principal
16'
    Bauernpfeife
1'
ganz neu
Violon
16'
    Mixtur VI
5 1/3'
teilw. neu
Untersatz
16'
ganz neu   Posaune
32'
C-H neu
Lieblich Gedackt
16'
durchgeschleift   Posaune
16'
durchgeschleift
Quintbaß
10 2/3'
    Dulcian
16'
durchgeschleift
Oktavbaß
8'
    Trompete
8'
durchgeschleift
Rohrflöte
8'
    Schalmey
4'
durchgeschleift
Theorbe
4'
    Cornet
2'
ganz neu
Weitgedackt
4'
ganz neu    
 


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1945, Friedrich Schwarz
       Die Olivaer Orgel hat den zweiten Weltkrieg recht gut überstanden. Die noch Johann Wulff stammenden Prospektpfeifen wurden demontiert und ausgelagert, das Fenster in der Mitte der Westwand wurde zugemauert und fing den Artilleriebeschuss ab.
Die Rote Armee Russlands richtete den größten Schaden an. Sie beschädigten den Spieltisch und plünderten die neuen Cymbelpfeifen aus dem Brustwerk sowie die Mixturen und Regalpfeifen aus dem Positiv. Das Verbindungskabel zwischen Haupt- und Chororgel wurde durchschnitten

Noch 1945 setzte der ehmalige Gehilfe von Josef Goebel, Friedrich Schwarz, die ausgelagerten Prospektpfeifen wieder ein und machte die Orgel bis Weihnachten desselben Jahres spielfähig

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1955, Wacław Biernacki
       Die nächsten Wiederherstellungsarbeiten wurden 1955 durch Wacław Biernacki durchgeführt. Er ersetzte die fehlenden Pfeifen der Orgel und fügte ein Register hinzu, welches den Glockenton imitiert.

Diese Reparatur ermöglichtes es Konzertreihen an der großen Orgel zu halten, und so wird seit 1958 das Internationale Orgelmusik Festival jährlich in den Sommermonaten veranstaltet.

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1966 - 1968, Zygmund Kamiński
       Eine grundlegende Renovierung der Orgel führte die Firma von Zygmunt Kamiński in den Jahren 1966 bis 1968 durch.
Kamiński stattete die Orgel mit einem neuen, elektrischen, fünf-manualigen Spieltisch mit sechs freien Kombinationen aus.

Die bestehende Orgel wurde in fünf Teilwerke gegliedert und zusätzlich wurde ein, neun Stimmen umfassendes, Positiv im dritten westlichen Arkadenbogen.
Das Multiplexsystem wurde entfernt und die lückenhaften Register wurden ergänzt. Auch änderte Kamiński einige Mixturen.
Die Chororgel wurde wieder an den Spieltisch der Hauptorgel angeschlossen.

Nach Abschluss der Arbeiten verfügte die Orgel über 110 klingende Register von denen sich 87 im Hauptinstrument, 14 in der Chororgel, und neun im neuen Positiv befanden. Insgesamt besaß die Orgel 7876 Pfeifen.

Disposition der Orgel von Oliva nach dem Wiederaufbau durch Kamiński im Jahre 1968
Positiv (Manuał I)
 
Brustwerk (Manuał III)
 
Kronwerk (Manuał V)
Flet kryty
8'
  Róg nocny
16'
  Hornpryncypał
8'
Kwintadena
8'
  Pryncypał włoski
8'
  Flet kryty
8'
Pryncypał
4'
  Flet miedziany
8'
  Gamba
8'
Rurflet
4'
  Violflet
8'
  Flet
4'
Oktawa
2'
  Oktawa
4'
  Oktawa
4'
Kwinta mała
1 1/3'
  Flet płaski
4'
  Viola
4'
Sifflet
1'
  Kwinta
2 2/3'
  Kwinta
2 2/3'
Scharf IV
  Oktawa fletowa
2'
  Flet leśny
2'
Musette
8'
  Tercja
1 3/5'
  Tercflet
1 3/5'
Tremolo
  Gemskwinta
1 1/3'
  Septyma
1 1/7'
 
  Oktawa
1'
  Nona
8/9'
Hauptwerk (Manuał II)
  Tercjan II
  Mixtura pryncypałowa III-IV
Pryncypał
16'
  Mixtura III-V
  Scharf V
Gedacktpommer
16'
  Kwintcymbel III
  Terccymbel III
Pryncypal
8'
  Krummhorn
8'
  Dulcjan
16'
Flet otwarty
8'
  Trichterregal
8'
  Trompet jasny
8'
Rurflet
8'
  Barpfeife
8'
  Obój
8'
Viola
8'
  IV/III
  Vox humana
8'
Nasard wiekli
5 1/6'
  V/III
  Szałamaja
4'
Oktawa
4'
   
  Tremolo
Blokflet
4'
 
Schwellwerk (Manuał IV)
   
Gemshorn
4'
  Kwintadena
16'
 
Pedał
Sesquialtera II
  Pryncypał
8'
  Kontrapryncypał
32'
Kwinta
2 2/3'
  Flet morski
8'
  Pryncypałbas
16'
Superoktawa
2'
  Salicet
8'
  Subbas
16'
Mixtura V-VI
  Praestant
4'
  Wiolonbas
16'
Scharf IV
  Flet poprzeczny
4'
  Kwintabas
10 2/3'
Bombard
16'
  Vox coelestis
8'
  Oktwavbas
8'
Trompet
8'
  Oktawa fletowa
2'
  Rurflet
8'
Clairon
4'
  Superkwinta
1 1/3'
  Flet kryty
8'
I/II
  Sedecima
1'
  Chroałbas
4'
III/II
  Mixtura II-IV
  Flet szeroki
4'
IV/II
  Acuta III-IV
  Rauschpfeife 2'+2 2/3'
V/II
  Ranket
16'
  Okaryna
1'
 
  Obój
8'
  Miksturbas VI
 
  Regał skrzypcowy
4'
  Kontrapuzon
32'
 
  Dzwony
F-c1
  Puzon
16'
 
  V/IV
  Dulcjan
16'
 
   
  Trompet
8'
Chororgel
  Szałamaja
4'
Manuał I (IV)
 
Manuał II (V)
  Kornetion
2'
Bourdon
16'
  Pryncypał
8'
  I/Ped
Pryncypał
8'
  Salicet
8'
  II/Ped
Gamba
8'
  Flet kryty
4'
  III/Ped
Flet otwarty
4'
  Rurflet
2'
  IV/Ped
Gemshorn
2'
  Tremolo
  V/Ped
Progresja II-IV
   
   
Cymbel oktawowy II  
Pedał
   
V/IV
  Subbas
16'
   
 
  Fletbas
8'
   
 
  Cello
8'
   
 
  IV/Ped
   
 
  V/Ped
   


Die Kamiński Disposition nach Übersetzung in geläufige Regsiternamen
Positiv (Manual I)
 
Brustwerk (Manual III)
 
Kronwerk (Manual V)
Gedacktflöte
8'
  Nachthorn
16'
  Hornprincipal
8'
Quintadena
8'
  Ital. Principal
8'
  Gedacktflöte
8'
Principal
4'
  Kupferflöte
8'
  Gambe
8'
Rohrflöte
4'
  Violflöte
8'
  Flöte
4'
Octave
2'
  Oktave
4'
  Oktave
4'
Kleine Quinte
1 1/3'
  Flachflöte
4'
  Viola
4'
Sifflöte
1'
  Quinte
2 2/3'
  Quinte
2 2/3'
Scharf IV
  Oktavflöte
2'
  Waldflöte
2'
Musette
8'
  Terz
1 3/5'
  Terzflöte
1 3/5'
Tremulant
  Gemsquinte
1 1/3'
  Septime
1 1/7'
 
  Oktawe
1'
  None
8/9'
Hauptwerk (Manual II)
  Tertian II
  Principalmixtur III-IV
Principal
16'
  Mixtur III-V
  Scharf V
Gedacktpommer
16'
  Quintzimbel III
  Terzzimbel III
Principal
8'
  Krummhorn
8'
  Dulcian
16'
Offenflöte
8'
  Trichterregal
8'
  Helle Trompete
8'
Rohrflöte
8'
  Barpfeife
8'
  Oboe
8'
Viola
8'
  IV/III
  Vox humana
8'
Große Nasard
5 1/6'
  V/III
  Schalmey
4'
Octave
4'
   
  Tremulant
Blockflöte
4'
 
Schwellwerk (Manual IV)
   
Gemshorn
4'
  Quintadena
16'
 
Pedal
Sesquialtera II
  Principal
8'
  Kontraprincipal
32'
Quinte
2 2/3'
  Meerflöte
8'
  Principalbas
16'
Superoctave
2'
  Salicet
8'
  Subbas
16'
Mixtur V-VI
  Praestant
4'
  Wiolonbas
16'
Scharf IV
  Querflöte
4'
  Quintenabas
10 2/3'
Bombarde
16'
  Vox Coelestis
8'
  Oktavbas
8'
Trompete
8'
  Oktavflöte
2'
  Rohrflöte
8'
Clairon
4'
  Superquinte
1 1/3'
  Gedacktflöte
8'
I/II
  Sedecima
1'
  Chroalbas
4'
III/II
  Mixtur II-IV
  Weitflöte
4'
IV/II
  Acuta III-IV
  Rauschpfeife 2'+2 2/3'
V/II
  Ranket
16'
  Oktarine
1'
 
  Oboe
8'
  Mixsturbas VI
 
  Geigen Regal
4'
  Kontraposaune
32'
 
  Glockenspiel
F-c1
  Posaune
16'
 
  V/IV
  Dulcian
16'
 
   
  Trompete
8'
Chororgel
  Schalmey
4'
Manual I (IV)
 
Manual II (V)
  Kornetion
2'
Bourdun
16'
  Principal
8'
  I/Ped
Principal
8'
  Salicet
8'
  II/Ped
Gambe
8'
  Gedacktflöte
4'
  III/Ped
Offenflöte
4'
  Rohrflöte
2'
  IV/Ped
Gemshorn
2'
  Tremulant
  V/Ped
Progressio II-IV
   
   
Oktavzimbel II  
Pedal
   
V/IV
  Subbas
16'
   
 
  Basflöte
8'
   
 
  Cello
8'
   
 
  IV/Ped
   
 
  V/Ped
   


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2000 - 2004, Zdzisław Mollin
       Im Jahre 2000 begann die polnische Orgelbauwerkstatt Mollin eine Generalüberholung der Prospektpfeifen. Alle 445 Prospektpfeifen wurden gründlich gereinigt und untersucht. Bei etwa 15 Pfeifen wurden durch Korrosion bedingte Schäden an der Pfeifensubstanz entdeckt. Von den betroffenen Pfeifen wurden Abdrücke gemacht und die Pfeifen wurden einer metallurgischen Untersuchung unterzogen um den Zinnanteil der Pfeifen ermitteln zu können.

So konnten die beschädigten Teile der Pfeifen nachgegossen und in die vorhandenen Pfeifen eingelötet werden.

Die metallurgische Untersuchung ergab, dass, überraschenderweise, die Prospektpfeifen Wullfs 95% Zinngehalten haben. Zudem fand man spuren eines Edelmetalls, vermutlich Gold, welches vor über 200 Jahren zur Veredelung der Pfeifen der Legierung beigemischt wurde.

Auf diese Wiese konnte die Firma Mollin alle Prospektpfeifen erhalten. Einzig der das Pedalregsiter Oktavbas war zu sehr beschädigt und hat seine Klangkraft verloren. Die Entscheidung was mit diesem Register nun geschehen soll ist schwer. Einerseits will man alle Prospektpfeifen erhalten, andererseits ist ein nicht brauchbares Register im Instrument ziemlich Nutzlos. Zudem würde ein Neugiessen der kompletten Pfeifen sich optisch deutlich von den Prospektpfeifen Wulffs abheben, die über den Zeitraum von über 200 Jahren durch Oxydation eine charakteristische Färbung bekommen haben.

Ein neuer Spieltisch wurde im Jahr 2003 installiert. Im Gegensatz zu Kamińskis Spieltisch mit sechs freien Kombinationen verfügt die neue Spielanlage über eine 8x8 Setzer Anlage mit der 64 frei programmierbare Kombinationen möglich sind. Eine Notwendigkeit zur Erweiterung der Kombinationen ergab sich aus der Tatsache, dass neben dem jährlichen Orgelmusik Festival auch täglich bis zu sieben Orgelvorführungen stattfinden und es viel Zeit in Anspruch nahm die alte Anlage jedes mal auf die gewünschten Kombinationen einzustellen.

Ebenfalls wurde 2003 die Chororgel umgebaut und durch ein von Kemper gebautes Instrument ersetzt. Neben leichten Dispositionsänderungen brachte die Kemperorgel auch eine Erweiterung der Chororgel von 14 auf 17 Register.

Im Mai 2004 war lediglich das Regal 8’ in der Chororgel noch nicht montiert, die Windladen wurde jedoch schon zum Einbau des Registers vorbereitet.

Disposition der 2003/2004 eingebauten Kemper Chororgel
Hauptwerk (Manuał I)
 
Brustwerk (Manuał III)
 
Pedał
Pryncypał
8'
  Copula
8'
  Subbas
16'
Flet major
8'
  Flet minor
4'
  Pommer
8'
Oktawa
4'
  Pryncypał
2'
  Dulcjian
16'
Flet drewniany
4'
  Sesquialtera II
  I/Ped
Nasard
2 2/3'
  Scharff II-IV
  II/Ped
Szpicflet
2'
  Regał
8'
   
Mixtura IV-VI
  Tremolo II
   
Trompet
8'
  Stella
   
II/I
   
   


Disposition der Kemper Chororgel nach Übersetzung in geläufige Regsiternamen
Hauptwerk (Manual I)
 
Brustwerk (Manual II)
 
Pedal
Principal
8'
  Copula
8'
  Subbass
16'
Flöte Major
8'
  Flöte Minor
4'
  Pommer
8'
Oktave
4'
  Principal
2'
  Dulcian
16'
Holzflöte
4'
  Sesquialtera II
  I/Ped
Nasat
2 2/3'
  Scharff II-IV
  II/Ped
Spitzflöte
2'
  Regal
8'
   
Mixtur IV-VI
  Tremulant II
   
Trompete
8'
  Stella
   
II/I
   
   


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Struktur der heutigen Orgel von Oliva
       Die heutige Orgel von Oliva setzt sich wie folgt zusammen:

Der Orgelprospekt stammt komplett von Johann Wullf von 1763 bis 1788. Die den Prospekt dekorierenden, beweglichen Figuren haben noch stets ihre original Mechanik, ebenfalls von Johann Wulff. Der Orgelprospekt ist einmalig in seiner Form und zählt zu den größten Prospekten der Welt.

Von Wulff stammen auch noch alle 445 Prospektpfeifen. Rund die Hälfte des im sich im Gehäuse befindenden Pfeifewerks stammen von Wulff (1763/1788), Dalitz (1790/1793) und Kaltschmidt (1863/1865). Die andere Hälfte stammt größtenteils von Goebel (1934/1935), sowie auch von Biernacki (1955) und Kaminski (1966/1968).

Die einzelnen Teilwerke der Orgel sind nach folgendem Schema im Orgelprospekt untergebracht:
  • Kronwerk (Manual V) befindet sich in der Westfassade.
  • Schwellwerk (Manual IV) ist im hinteren Teil der Nordfassade untergebracht.
  • Brustwerk (Manual III) verbirgt sich hinter dem Prospekt im vorderen Teil der Nord- und Südfassaden.
  • Hauptwerk (Manual II) steht im Prospekt in den Nord- und Südfassaden.
  • Positiv (Manual I) befindet sich im dritten westlichen Arkadenbogen.
  • Das Pedalwerk befindet sich im vorderen Teil des Prospekts in den Nord- und Südfassaden (so wie es von Wulff seiner Zeit gebaut wurde). Die Pedaltürme zu Beginn beider Fassaden halten die Pfeifen des Principal 16' Registers.
  • Die Chororgel befindet sich im Südflügel des Querschiffs und ist von dort, wie auch vom den Manualen IV und V des Spieltisches der großen Orgel spielbar
Alle drei Instrumente sind mit einer elektro-pneumatischen Spieltraktur ausgestattet. Ein Teil der in dieser Traktur verwendeten Magnete stammt noch vom Umbau Josef Goebels aus den Jahren 1934/1935.

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