Die Orgel der St. Nicolaikirche
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Kapitelverzeichnis

 1450 & 1608
 1755, Johann Friedrich Rhode
 1788, Paschke (??)
 1866, Friedrich W. Kaltschmidt
 1907, Bruno Goebel
 1932, Josef Goebel
 1953 (??), Zbigniew Zając
 1977, Hammer and Truszczyński
 Fussnoten und Quellen




1450 & 1608
       Die ältesten Aufzeichnungen bezüglich einer Orgel an der St. Nicolaikirche befinden sich im Klosterarchive selbst und erzählen von der Einstellung eines Organisten im Jahre 1450[1]. Ein weiteres Dokument besagt, dass die Dominikaner nach Streitigkeiten mit den Protestanten Danzigs im Jahr 1608 in ihre Klosterkirche zurückgekehrt sind, und dass der Rat der Stadt Danzig eine Summe Geld zur Restaurierung der Kirche und der Orgel bereitgestellt hatte[2].

Es ist auch überliefert, dass bis zum Neubau von 1755 sich die Orgel an der Nordwand des nördlichen Seitenschiffs zwischen den beiden Eingangstüren der Kirche zum Kloster befand[3].

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1755, Johann Friedrich Rhode
      Johann Friedrich Rhode, der gerade erst als Orgelbaumeister tätig wurde, unterzeichnete 1755 seinen ersten Orgelbauvertrag, der ihn zum Bau einer neuen Orgel in der Nicolaikirche verpflichtete. Die neue Orgel wurde auf der Empore an der Westwand errichtet und der geschwungene Orgelprospekt nahm die ganze Breite des Mittelschiffs in Anspruch. Der Prospekt besteht aus zwei symmetrischen Teilen, die jeweils einen 8' Pfeifenturm in der Mitte haben der von zwei 4' Pfeifentürmen umfasst wird. In der Mitte über dem Spieltischen werden beide Teile des Prospekts durch ein Pfeifenfeld miteinander verbunden. Dieses Pfeifenfeld geht nach oben hin in eine Statue der "Unbefleckten Empfängnis" über, die von Akanthuslaub umrahmt wird. Das Instrument besass, laut Pawlowski, ein Manual und ein Pedal [4].

Die früheste Überlieferung einer Disposition ist von Johann Ephraim Eggert um 1800 herum und Renkewitz und Janca nehmen an, dass sie eher den Stand der Orgel nach dem Umbau von 1788 widerspiegelt als den Originalzustand der Rohde Orgel[5].

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1788, Paschke (??)
       Das Ausmaß der Arbeiten an der Orgel im Jahr 1788 scheinen bisher nicht weiter bekannt zu sein, jedoch schlägt Janca vor dass die Orgel in diesem Jahr um ein zweites Manual erweitert wurde mit einem neuen Werk, dass mittig auf den vorhandenen Orgelprospekt dazu gebaut wurde. Der Umbau könnte von Rhode's mutmaßlichen Lehrling Paschke ausgeübt worden sein[6].

Eggert gibt folgende Disposition für die Orgel um 1800 an[7].

Manual (I)
Bourdun 16'
Principal 8'
Flaut allamande 8'
Flaut douse 8'
Flaut Traverse 8'
Octava 4'
Rohrlt 4'
Spiel Flt 4'
Ocatva 2'
Waldflt 2'
Mixtur 6x
 
Dulcian 16'
Trompete 8'
 
Oberwerk (II)
Flt major 8'
Fugar Flt 8'
Quintadna 8'
Principal 4'
Flt minor 4'
Octava 2'
Bauerflt 2'
Mixtur 3x
 
Hoboe 8'

Nebenzge
Manualkoppel
Pauke 16'

 
Pedal (P)
Principal 16'
Violono 16'
Subba 16'
Bourdun 16'
Quintadna 16'
Quinta 12'
Octava 8'
Spielflt 8'
Hollflt 8'
Viol di Gamba 8'
Salicinal 8'
Octava 4'
Bauernflt 2'
Octava 2'
Mixtur 6'
Posaune 16'
Trompet 8'
Cornetto 2'

Technisches
Manualumfang: C - c3
Pedalumfang: C - c1


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1866, Friedrich W. Kaltschmidt
       The Szczecin based company of Friedrich W. Kaltschmidt extended the organ by a third manual in 1866[8]. A stop list is currently not available to author.

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1907, Bruno Goebel
       Der Orgelbauer Friedrich W. Kaltschmidt aus Stettin erweiterte die Orgel 1866 um ein drittes Manual.
Eine Disposition liegt dem Verfasser leider nicht vor.

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1932, Josef Goebel
       1932 erfolgt abermals eine Neubau mit tiefgehenden Änderungen an der Dispostion. Auch wird das Oberwerk (von 1788) durch Josef Goebel vom Hauptprospekt getrennt und als selbständiger Prospekt auf der Empore des Südschiffs wieder aufgestellt. Angeblich wurde dies aus klanglichen Erwägungen getan, jedoch wurde das neue Werk an das Hauptwerkmanual gelegt und erhielt neben fünf kleinern Stimmen auch die Mixturen des Hauptwerks . Eine Disposition des Umbaus von 1932 liegt der Verfasser zur Zeit nicht vor. [9]. Eine Disposition des Umbaus von 1932 liegt der Verfasser zur Zeit nicht vor.

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1953 (??), Zbigniew Zając
      Die Kriegsschäden an der Orgel wurden durch Zbigniew Zając, vermutlich um 1953 behoben[10]. Verschiedene Reparaturen kleinerer Art an einzelnen Registern wurden in den Jahren nach 1960 durchgeführt, sowie auch eine Renovierung der Windladen. Ein freistehender Spieltisch wurde installiert und das Pedal wurde um fünf Tasten erweitert.[11].

Es folgt die Disposition der Orgel nach Behebung der Kriegsschäden[12]:

Manual I   Manual II   Manual III
Bourdun 16'   Geigen-Prinzipal 8'   Flauto major 8'
Prinzipal 8'   Quintaton 8'   Aeoline 8'
Gedackt 8'   Flöte 8'   Vox coelestis 8'
Hohlflöte 8'   Salicional 8'   Prinzipal 4'
Gamba 8'   Prinzipal 4'   Flauto minor 4'
Nasard 5 1/3'   Rohrflöte 4'   Quinte 2 2/3'
Octave 4'   Blockflöte 2'   Waldflöte 2'
Gemshorn 4'   Sifflöte 1'   Schalmei 8'
Hohlflöte 4'   Mixtur 3-5fach        
Quinte 2 2/3'   Cymbel 2fach        
Superoctave 2'   Trompete 8'      
Superquinte 1 1/3'            
Septime None              
Mixtur 5-6fach              
Scharf 3fach              
Dulcian 16'            
               
               
Pedal (P)
Untersatz 32'   Octave 4'   Posaune 16'
Prinzipal 16'   Choralbass 4'   Trompete 8'
Subbass 16'   Weit-Gedackt 4'   Schalmei 4'
Violon 16'   Kugelflöte 1'      
Octavbass 8'   Terz-Cymbel 2fach        


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1977, Hammer und Truszczyński
      Unter der Leitung von prof. Jan Jargoń wurde die Orgel 1977 von den Orgelbauern Emil Hammer, Hannover, und Włodzimierz Truszczyński, Warschau, in Anlehnung an die Rhode-Disposition des 18. Jahrhunderts restauriert.

Während der Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass bis auf den Orgelprospekt und die Prospektpfeiffen, das gesamte Innere der Orgel erneuert wurde[13].

Der Spieltisch wurde wieder als Spielschrank in den Orgelprospekt integriert und das Oberwerk, 1932 von Goebel in das Südschiff versetzt, wieder auf den Hauptprospekt gesetzt. Die Windladen sowie die pneumatische Tracktur wurden durch ein voll mechanisches Werk mit Schleifladen ersetzt.

Nachstehend nun die Disposition der Orgel nach der Restaurierung von 1977[14]:

Manual (I)
Bourdon* 16'
Principal* 8'
Rohrflöte 8'
Viola di Gamba 8'
Oktave 4'
Flöte 4'
Nasard 2 2/3'
Okatve 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur 6fach  
Fagott 16'
Trompete 8'
Tremulant  
 
Oberwerk (II)
Holzgedackt 8'
Quintadena 8'
Salicional 8'
Bifara* 8'
Preastant* 4'
Flöte 4'
Sesquialtera 2fach  
Nachthorn 2'
Quinte 1 1/3'
Acuta 4-6fach  
Dulcian 16'
Regal 8'
Tremulant  

Spielhilfen
II/I
I/P
II/P
2 Zimbelstern
2 Timpani

 
Pedal (P)
Subkontra 32'
Principal* 16'
Subbaß 16'
Oktave* 8'
Gemshorn 8'
Oktave* 4'
Feldflöte 2'
Mixtur 6fach 4'
Aliquoten 3fach  
Posaune 16'
Trompete 8'
Tremulant  

Technisches
Manualumfang: C - c3
Pedalumfang: C - c1
Tracktur: Mechanisch
Registratur: Schleifalden

* Stop consists of original pipes from 1755/1788


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Fussnoten und Quellen
1 Polskie Wirtualne Centrum Organowe, http://www.organy.art.pl/instrumenty.php?instr_id=148, 18 November 2007  
2 Siehe as 1  
3 Josef Nikodemus Pawlowski, Geschichte und Beschreibung der St. Nikolai-Pfarrkirche, der ältesten Kirche in Danzig, 1898, s. 28  
4 Pawlowski, s. 27  
5 Werner Renkewitz & Jan Janca, Geschichte der Orgelbaukunst in Ost- und Westpreussen von 1333 bis 1944,Vol. 1, Verlag Weidlich, Wrzburg 1984, s. 287  
6 Jan Janca, Abriß der Geschichte des Orgelbaus in den Kirchen Danzigs bis 1800, Bärenreiter, Kassel 1995, s.69  
7 Jan Janca, Abriß der Geschichte des Orgelbaus in den Kirchen Danzigs bis 1800, s.68  
8 Jan Janca, Abriß der Geschichte des Orgelbaus in den Kirchen Danzigs bis 1800, s.70  
9 Renkewitz & Janca, s.287  
10 Annahme des Verfassers  
11 Siehe 1  
12 Siehe 1  
13 Siehe 1  
14 Jan Janca, s. 70  


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